Bücherschrankgeschichten.

Seit Herbst 2016 wurden im Rahmen von Veranstaltungen an den Mercator Bücherschränken Texte aus zehn Ruhrgebietsstädten gesammelt, die nun in einem Buch veröffentlicht wurden.

Gestern war es dann soweit: in der Heldenbar des Essener Grillo-Theaters lasen der Sänger und Liedermacher Tom Liwa und die Entertainerin/Kabarettistin/Komikerin "Fräulein Nina" (Nina Mühlmann) Auszüge daraus und feierten mit den beteiligten AutorInnen den Projekt-Abschluss.
Bücherschrankbuch

Bücherschrankgeschichten 1

 
Ich freue mich, und ich bin auch ´n bissken stolz, dass auch ein Text von mir darin aufgenommen und dieser gleich zu Beginn der Veranstaltung verlesen wurde.

Er handelt vom Verfall einer uralten, einst und auch heute noch sehr bekannten Kneipe in Gelsenkirchen-Buer gegenüber des Rathauses, die aufgrund ihres kleinen runden Gebäudes mit seinem Zipfeldach "KÄSEGLOCKE" genannt wurde und wirklich Geschichte(n) geschrieben hat. Der Bau verfällt zusehends und viele Versuche, dieses wahrhaftige Buersche Kneipendenkmal zu retten, sind leider gescheitert.

Käseglocke Buer Lothar Lange 1

Das Sterben der Käseglocke zu Buer

Wenn ich in Buer am Rathaus hocke,
was seh´ ich da? Die Käseglocke.
Dort, wo einmal die Bierchen flossen,
ist alles dicht und abgeschlossen.
Die Fenster blind, die Tür verrammelt,
der ganze Bau total vergammelt.

Dein altes rundes Zipfeldach
ist auch schon weg - nun ist es flach.
Dein Anblick macht mich richtig bitter,
denn einst floss mancher Hektoliter
durch Tausende von Buerschen Kehlen.
Ach Käseglocke, Du wirst fehlen...

Ob reicher Kerl, ob arme Socke,
man traf sich in der Käseglocke.
Wie viel Romanzen hier entstanden,
wenn Zwei sich an der Theke fanden,
für eine Nacht, oder für immer.

Manch Zecher, manches Frauenzimmer
hat hier bei Dir nach vielen Runden
sein Geld verlor´n - vielleicht Glück gefunden?

Auch aus dem Rathaus gegenüber
saß mancher hier und war hinüber.
Hier spülten auch Beamtenseelen
den Aktenstaub aus ihren Kehlen.

So mancher biergefüllter Bauch
entleerte diesen bei Dir auch,
wenn es zu viel der Biere waren
oder vom Korn, dem guten Klaren.

Rauchgeschwängert, Deine Wände,
füllten sie sicher dicke Bände
mit Liebes-, Freud-, und Leidgeschichten,
so viele könnt´ kein Dichter dichten!

Vom Prahlhans, der hier mächtig prahlte,
und dann den Deckel nicht bezahlte,
und von der Schalker Fußballbraut,
die draußen ihren Kerl verhaut.

Und wie oft hat so mancher Gast
am Schluss die Linie 1 verpasst,
die um die Käseglocke rollte
und ihn nach Hause bringen sollte?

Ach, Käseglocke, altes Haus,
wirklich erbärmlich siehst Du aus,
wie etwas, was man nicht mehr braucht,
Dein Leben scheint nun ausgehaucht,

Dein Schicksal kennen die Gestirne.
Ganz sicher wird´s die Abrissbirne.

Arme Socke, Käseglocke!

Lothar Lange



Ab Mai ist das Buch in den Bücherschränken verfügbar.
"Bücherschrank-Geschichten" wird gefördert durch die Stiftung Mercator und realisiert durch das Netzwerk Mercator Bücherschränke in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, u.a. dem Schauspiel Essen.
BITTE BESUCHEN SIE AUCH MEINE FILIALE NEBENAN.
steppenhund - Di, 25. Apr, 14:01

Da kann man schon stolz sein!

Lo - Di, 25. Apr, 15:14

Herzlichen Dank!
iGing - Di, 25. Apr, 16:05

Ein Hoch auf die Käseglocke und Ihr preisendes Gedicht!

Könnte man nicht eine Bücherstube dort einrichten ... für jedermann kostenlos nutzbar, ohne Mitgliedsbeitrag? Nur mit den gespendeten Büchern, die auch mitgenommen werden könnten. Also, ein erweiterter Bücherschrank sozusagen.

Lo - Di, 25. Apr, 18:02

Jau!

Das wäre ein supertolle Idee!
Nur liegt dieses kleine Zipfelhäuschen direkt dem Rathaus gegenüber:
ein kostbares Filet-Grundstück sozusagen.
Die Eigentümer, so meine Vermutung, und dem Duft der Gerüchteküche nach, werden für eine solche schöne Idee kein Verständnis haben.
Mittlerweile ist die Käseglocke baulich so kaputt, dass nichts mehr zu machen ist.
Sie wird irgendwann dem Erdboden gleichgemacht, und ein großes edles Haus in prominenter Lage wird dort entstehen.
Schade.
bonanzaMARGOT - Do, 27. Apr, 07:37

ja, die käseglocken sterben aus.

diefrogg - Fr, 5. Mai, 15:46

Gratuliere!

Das ist ein Text mit wunderschönem Lokalkolorit. Wobei ... bei uns gab's auch so eine Kneipe, die dem Erdboden gleichgemacht wurde. In der Regel gehen die bei uns aber über in die Szenegastronomie und werden sehr trendig. Auch nicht mehr unbedingt so für uns Ü50.

Treibgut - So, 28. Mai, 23:35

Immerhin

... wurde die Käseglocke nun doch verewigt.

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SPIEGELei

ZUGETRETENEN IST DER UNFUG VERBOTEN.

Hallo!

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In die Pfanne gehauen von:

SPIEGELei aufs Ohr?

Gelegte Eier

Die Doris macht das Gift....
http://www.medicalartandmo re.de/produkt/spiegel-eye- skull/
Lo - Di, 15. Aug, 13:32
SORRY,
ich kann nur SpiegeEi ;-)
Lo - Di, 15. Aug, 13:30
Fuss-Pils
nennt man auch BEER TO GO.
Lo - Di, 15. Aug, 13:29
Ich hätte gern zehn...
Ich hätte gern zehn Eier zum Wochenende.
Shhhhh - Mo, 14. Aug, 22:14
Lieber Fusspilz
als Fipronil.
waltraut - Mo, 14. Aug, 13:30
kommt immer auf die konzentration...
kommt immer auf die konzentration an.
bonanzaMARGOT - Mo, 14. Aug, 09:28
Mich
laust der Affe!
pathologe - So, 13. Aug, 09:57
Elvis auch. :-)
Elvis auch. :-)
Lo - So, 16. Jul, 19:15

DOTTERZÄHLER

So ein Dotterleben!

An der Pfanne seit 4307 Tagen
Das letzte Ei wurde verbraten am Di, 15. Aug, 13:32

Mehl ans SPIEGELei ?

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